Rechts- & Verwaltungszugehörigkeit


Das Gebiet um Wittingen gehörte zur Grafschaft der Billunger, wurde 1052 vom Kaiser dem Bistum Halberstadt übertragen, das es weiter verlehnen durfte. So erscheint Ohrdorf 1311 unter den Halberstädter Lehngütern, die der Markgraf Waldemar von Brandenburg besaß. Später wurde der Lehnbesitz Eigentum der Markgrafen. 1350  gelang es den Herzögen Otto und Wilhelm von Lüneburg auf Grund von Hilfsverträgen mit dem Markgrafen von Brandenburg im Streit um den „falschen Waldemar“ Eigentum und Lehnware über Wittingen und alles, was dazu gehört, zu erwerben, nachdem sie seit 1340 schon einzelne Besitzungen in Wittingen und den umliegenden Dörfern sowie in Knesebeck von den v.d.Knesebeck als Lehnträger des Markgrafen von Brandenburg gekauft hatten, so auch 1343 „To Ordorpe neghen houe“ und „neghen mark gheldes to ordorpe…“. Seit dieser Zeit gehört Ohrdorf zu Lüneburg und wurde dem Mitte des 14. Jh. Entstandenen Amt Knesebeck eingegliedert, nachdem die beiden Lüneburger Herzöge 1351 ebenso das Eigentum über Knesebeck mit allen Rechten von den Herzögen Heinrich und Wilhelm von Braunchweig erlangt hatten.


Teil des Amtes Knesebeck und innerhalb dessen der Vogtei Knesebeck blieb es bis 1858, lediglich von der kurzen Zeit des Königreiches Westphalen unterbrochen, als 1810 bis 1813 dem Canton Wittingen im Department Elbe eingegliedert worden war. Am 1.7.1859 wurden die Ämter Knesebeck und Isenhagen zum Amt Isenhagen vereinigt und 1867-1885 bildete dieses zusammen mit anderen Ämtern und Vogteien die Kreishauptmannschaft Gifhorn. Bei der Einführung der preußischen Kreisverfassung wurden aus ihr am 1.4.1885 die Kreise Isenhagen und Gifhorn. Die Kreisreform von 1932 vereinigte beide Kreise mit Wirkung vom 1.4.1933 zum Kreis Gifhorn. Seit dieser Zeit gehört Ohrdorf endgültig zum Kreis Gifhorn.

 

Die Grundherrschaft hatte im 12. Jh. Anscheinend Kloster Osterwiek, das 111227 Dörfer in der Altmark, darunter auch „Ardorf“ geschenkt erhielt, später die v.d. Knesebeck, die 1343  9 Höfe den Herzögen von Lüneburg verkauften. 1561 hatte der Landesherr (Herzog) die Grundherrschaft noch von 7 Höfen, nachdem er 2 Höfe 1494 den von Marenholz verlehnt hatte, die ihrerseits 1518 und 1526 dem Kloster Isenhagen mit Genehmigung des Landesherrn als Lehnherren Zinsen aus ihren Höfen in Ohrdorf verkauften.

Gleiches hatten auch schon die v.d. Knesebeck 1488 aus 5 ihrer Höfe getan. 1670 bis zu Ablösung Mitte des 19. Jh. Hatte der Landesherr die Grundherrschaft von 4 Voll-, 1 Halbhof und je 1 wüsten Voll- und Halbhof und die 3 verschiedenen Linien v.d. Knesebeck von 7 Voll-, 5 Halbhöfen und 3 Kötnern, ferner die Kirche von Ohrdorf von 1 Kothof, und zum Teil Kloster Isenhagen.